(Datenschutz-)Rechtliche Aspekte beim E ...

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am 25.04.2009 geschrieben am 25.04.2009 geschrieben

Es geht jetzt ein wenig offtopic, aber..

... wenn du diese Woche Günther Wallraff in Die Zeit liest (http://www.zeit.de/2009/18/Bahn), dann bleibt dir eigentlich nur noch übrig auf das Fahren mit der Bahn zu verzichten.

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am 25.04.2009 geschrieben am 25.04.2009 geschrieben

Solche Berichte bringen mich überhaupt nicht aus der Fassung. Weblogs, Twitter und Konsorten sind so unglaublich nützliche Werkzeuge, die mich persönlich in meinem Denken um so vieles weiter bringen, dass ich nicht auf diese öffentliche Auseinandersetzung zu bestimmten Themen verzichten möchte. Und: Hier bestimmte ich, was ich über mich veröffentliche.

Datenschutz usw. ist wichtig. Aber es kann auch lähmen. Man sieht auf einmal jede Menge "Ja abers", die Alexander Rausch sehr schön in seiner Benin-Session an der Tafel durchgestrichen hat. Und dann macht man lieber gar nichts mehr, weil die bösen Datendiebe unsere Daten stehlen wollen und das Netz nie etwas vergisst.

Lasst uns nicht den Spaß durch Missbrauchsberichte verderben! (Wir fahren ja auch noch Auto trotz der vielen tödlichen Unfälle, eben nur vorsichtig, wenn's geht)

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am 25.04.2009 geschrieben am 25.04.2009 geschrieben

@Ralf Hilgenstock

Ich kann Ihre Bedenken bezüglich der Jobprofiler nur bedingt nachvollziehen. Sicher ist bekannt, dass Arbeitgeber im Netz u.a. bei Google nach den Bewerbern suchen, um sich ein genaueres Bild zu machen. Aber was spricht dagegen, wenn ein Arbeitgeber einen engagierten Arbeitnehmer im Netz findet? Ich denke, dass Arbeitgeber eher prekärere Informationen über Bewerber in Social Communities finden werden, die dort unachtsam oder freizügig mit ihren Daten umgehen.

Es spricht doch nur für den zukünftigen Angestellten, wenn sich dieser mit Themen auch in seiner/ seinem Freizeit/ Privatleben befasst und dies auch anderen öffentlich zugänglich macht. Was ist daran schlimm sein Wissen mit anderen zu teilen?

Also wenn Sie mich fragen, dann sind Projekte von Schülern oder Studenten, die in Blogs oder Wikis oder wo auch immer im Netz zu finden, für diese eher förderlich, als dass diese einen Schaden davon tragen. Übrigens sind Fehler menschlich oder wollen sie mir sagen, dass Manager oder Geschäftsführer fehlerlos sind?

Darüberhinaus scheint es ja die Variante von geschützten Räumen (Blogs), wie es Christian Spannagel erwähnt, zu geben. Von daher sollte diese Möglichkeit niemandem Schaden.

Ich denke man sollte sich nicht vor den Neuen Medien versperren, sondern offen begegnen. Man sollte deren Vielfalt versuchen nachzuvollziehen. Sicher soll man nicht alles einfach unhinterfragt oder kritisch betrachtet hinnehmen, aber man sollte sich auch nicht dem Neuen versperren.

Schlussendlich haben zumindest die Studenten auch die Möglichkeit zu sagen, dass sie nichts von sich im Web preisgeben wollen. Bei den minderjährigen Schülern haben immer noch die Eltern das Sagen - von daher kann man auch dafür Sorge tragen, dass man anonym bleibt und keine Spuren im Netz hinterlässt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende.

Liebe Grüße
Melanie

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am 25.04.2009 geschrieben am 25.04.2009 geschrieben

@Melanie Ich habe nichts hinzuzufügen - genau meine Ansicht.

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am 25.04.2009 geschrieben am 25.04.2009 geschrieben

Ich denke auch, dass man das mit den Arbeitgebern nicht so krass sehen sollte. Darum zitiere ich den Christian:
"Christian Spannagel":

Der böse Arbeitgeber wird dabei immer wieder ins Feld geführt. Ich halte das für vollkommen übertrieben. Wenn ein Arbeitgeber einen Blogartikel findet, der 5 Jahre alt ist, in dem ich irgendeinen Fehler gemacht habe, und er mich deswegen nicht einstellt, dann treffen genau zwei Dinge zu:
1. Der Arbeitgeber ist ein Volldepp.
2. Ich möchte in dieser Firma nicht arbeiten.


Natürlich gibt es Personalleute, die in der Vergangenheit leben, und einfach mit den Möglichkeiten des Internet nicht Umgehen können und Dinge einfach falsch bewerten.

Was ich einfach wichtig finde: Man kann einfach nicht Studenten dazu zwingen einen öffentlichen Webblog zu führen, denn wie ich es schon in der Session deutlich gemacht habe, herrscht Impressumspflicht. Und jemanden zwingen, seine Adresse und Texte im Internet frei zugänglich zu machen, halte ich für schwierig.

Trotzdem müssen sich Studenten gerade aus den Kommunikations- und Medienwissenschaften intensiv mit den Web 2.0 Technologien auseinander setzen. Was ich so mitbekomme, führen die meisten keinen Blog, kennen Twitter nicht wenn Sie an die Uni kommen. Sie sind über ICQ und StudiVZ nicht hinaus gekommen. Daher ist der "gezwungene" und durch die Uni begleitete Nutzung z.B. eines Blogs sehr wichtig.

Ein vorsichtiger und respektvoller Umgang, ohne Angst und Furcht, wird im Bezug auf Internet-Technologien aber immer wichtiger. Meines Erachtens steht das Thema aber auf den wenigsten Agenda von Bildungseinrichtungen. Schade und falsch.

am 25.04.2009 von Ruben Schmidtmann bearbeitet.

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am 26.04.2009 geschrieben am 26.04.2009 geschrieben

@Ruben
"Was ich einfach wichtig finde: Man kann einfach nicht Studenten dazu zwingen einen öffentlichen Webblog zu führen, denn wie ich es schon in der Session deutlich gemacht habe, herrscht Impressumspflicht. Und jemanden zwingen, seine Adresse und Texte im Internet frei zugänglich zu machen, halte ich für schwierig."

Es gibt für mich hier einen ganz einfachen Ausweg. Der Dozent verwendet ein Multiblog-System. Jeder Student erhält hier einen Einzelblog. Das gesamte System wird vom Dozenten verwaltet. Der Dozent legt einen Blog als Impressumsblog mit seinen Daten an.
Die Daten des Studenten werden nicht veröffentlicht. Im rechtliche Zweifel kennt der Dozent aber die Studenten. Wie so etwas aussehen kann, kann man sich unter http://dialoge.info ansehen. In der Kopfzeile finden sich die verschiedenen Einzelblogs. Der Eintrag Impressum enthält die geforderten Daten.
Es ist hier übrigens auch möglich Blogs zu verbergen (nur sichtbar für eingelogge Nutzer) oder Beiträge nicht öffentlich zu setzen.

@Melanie
"Ich denke man sollte sich nicht vor den Neuen Medien versperren, sondern offen begegnen. Man sollte deren Vielfalt versuchen nachzuvollziehen. Sicher soll man nicht alles einfach unhinterfragt oder kritisch betrachtet hinnehmen, aber man sollte sich auch nicht dem Neuen versperren."
Völlige Zustimmung. Ich hoffe, du hast meine Beiträge nicht als solchen Versuch (mich sperren) verstanden. Ich sehe jedoch täglich in verschiedensten Bildungsbereichen, dass man die Menschen systematisch heranführen muss und vorsichtig damit sein sollte, alle drei Monate aufgrund einer neuen Technologie alles andere für altbacken und überholt darzustellen. Dieser Eindruck kommt bei manchen Apologeten im Netz auf, die monatlich neue Tools als das Nonplusultra verkünden.

"Schlussendlich haben zumindest die Studenten auch die Möglichkeit zu sagen, dass sie nichts von sich im Web preisgeben wollen."
Jawoll, und das muss auch der Dozent akzeptieren.

"Bei den minderjährigen Schülern haben immer noch die Eltern das Sagen - von daher kann man auch dafür Sorge tragen, dass man anonym bleibt und keine Spuren im Netz hinterlässt."
Diesen Aspekt finde ich ganz wichtig und er ist hier in diesem Thread noch gar nicht angesprochen worden. danke, dass du mich daran erinnerst.
Aus diesem Aspekt heraus schlussfolgern einige Lehrer, es sei gut eine Nickname-Kultur und eine Verschleierung durch erfundene Daten bei der Anmeldung eines Mailaccounts bei web.de oder anderen Anbietern vorzunehmen. Hier bin ich entschieden der Ansicht, dass damit falsche Wege eingeschlagen werden. Dann sollten lieber geschützte Räume in Lernplattformen (wie Moodle) genutzt werden. Die übrigens genauso Wikis und Blogs enthalten.

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am 26.04.2009 geschrieben am 26.04.2009 geschrieben

Hallo Ralf,

es erschien mir so, als würden Sie die technischen Innovationen eher als Fluch denn als Segen verstehen. Deshalb war meine Vermutung Sie würden sich da eher etwas sperren, aber Ihre Antworten lassen mich nun etwas anderes annehmen.

Dass nun nur noch die Web2.0 Tools das Nonplusultra im Bildungsbereich sein sollen, ist hier in der Educamp-Community, glaube ich, nicht das Hauptaugenmerk. Einen Großteil der Mitglieder hier kenne ich persönlich, von daher nehme ich mir mal heraus zu sagen, dass wir hier lediglich versuchen, die Möglichkeiten und Chancen aber auch Risiken, die eben diese Web2.0 Technologie eröffnet, zu testen.

Ich glaube nicht, dass hier Dozenten oder Pädagogen sind, die nur noch mit dem Internet oder dem PC in ihrem Unterricht arbeiten wollen. Wenn dem so sei, dann finde ich es auch schade.

Ich z.B. studiere Deutsch und Geschichte auf Lehramt. Also das sind ja die eher wenig techniklastigen Fächer. Dennoch sehe ich auch für diese Fächer Potenzial mit den Web2.0 Tools zu arbeiten. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass in diesen Fächern das altbewährte Buch, Arbeitsblatt o.ä. Medien ihre bestehende Berechtigung haben sollen und müssen. Meine Devise ist eigentlich diese: die Web2.0 Tools können den Unterricht sehr gut ergänzen und man muss schauen, welche Lernziele werden verfolgt und dementsprechend dann die Medien im Unterricht einsetzen.

Einige Keywords dazu finden Sie auch in einer Präsentation von mir, die ich im letzten Oktober auf dem Educamp in Berlin vorstellte:

http://www.slideshare.net/literatenmelu/web20anwendungen-im-unterricht-chancen-und-risiken-presentation?type=powerpoint

Noch kurz etwas hierzu:

"Schlussendlich haben zumindest die Studenten auch die Möglichkeit zu sagen, dass sie nichts von sich im Web preisgeben wollen."
Jawoll, und das muss auch der Dozent akzeptieren.

Natürlich muss das der Dozent akzeptieren. Allerdings sollte ein Student auch offen für Neues sein und sich mit dieser Technik befassen. Aber hier gibt es ja die Kompromisslösung für beide Parteien, dass das Arbeiten in geschützten Räumen stattfinden kann.



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am 26.04.2009 geschrieben am 26.04.2009 geschrieben

Hallo Melanie,

"es erschien mir so, als würden Sie die technischen Innovationen eher als Fluch denn als Segen verstehen. Deshalb war meine Vermutung Sie würden sich da eher etwas sperren, aber Ihre Antworten lassen mich nun etwas anderes annehmen."

Wenn das der Eindruck war, dann habe ich mich ziemlich unklar ausgedrückt. Ich habe gerade mal mein Profil hier etwas ergänzt. Sonst such mal nach meinem Namen im Netz.

Auf dem Berliner Educamp habe ich eine Session moderiert bei dem es um die Datenschutz und Anonymisierungsfragen in Lernplattformen ging ('Datenkrake Lernplattform'). Ausgangspunkt war eine Vordiskussion am Freitag abend bei der die vollständige Anonymisierung der Studenten in Lernplattformen von studentischer Seite ging. Der bin ich sehr klar entgegen getreten. Zudem habe ich eine Session mitmoderiert zur Frage der Einführung von Lernplattformen/Web 2.0 Medien in Bildungseinrichtungen.

In Ilmenau habe ich eine Session zur Frage der Skalierung also dem Einsatz mit großen Nutzerzahlen gestaltet.

Es gibt jedoch etwas was ich in den Jahren im Bildungswesen gelernt habe: Bildungseinrichtungen verändern sich langsam. Es gilt daher nicht einfach enthusiastisch missionarisch, sondern vielmehr strategisch vorzugehen, um mittelfristig etwas zu bewegen. Wenn heute in Deutschland 5.000 bis 6.000 Moodle-Lernplattformen im Einsatz sind (meine Schätzung), dann haben wir damit schon etwas bewegt und voran gebracht. Dass die Nutzung nicht immer toll ist: geschenkt. Da weiß man was noch zu tun ist.
Ich sehe leider immer wieder auch, dass einzelne Lehrer engagiert starten und dann nach einem Jahr als 'Bettvorleger' enden, weil sie sich aufgerieben und nicht sofort Mitstreiter gefunden haben.

These: Schulen sind Familien-Systeme. Sie haben eine sehr feine Dynamik, eine lange Geschichte und massenhaft informelle Regeln und informelle Hierarchien. Wer hier etwas bewegen will, muss damit umgehen können. Schulen (als System) können wunderbar Veränderungsanliegen aussitzen, engagiert tolle Konzepte entwickeln, beschließen und anschließend im Unterrichtsalltag ignorieren. Das ist nicht nur schlecht, manchmal auch gut, wenn sie z.B. die Reformprozesse der Kultusbürokratie manchmal abfedern.

Es stellt sich dennoch die Frage, wie kommen sie in Bewegung? Du siehst, ich habe einen Systemblick auf die Organisationen. Da kommen Strategie, Gruppendynamik, Organisationentwicklung, Führung und natürlich Unterricht (als Beziehungsgestaltung zu den Schülerrn), Inhalt und Methodik (Technik) zusammen.
Ach ja... und wie in diesem Thread auch noch Recht.



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am 26.04.2009 geschrieben am 26.04.2009 geschrieben

Zum Themenkomplex Personaler, Reputation und Öffentlichkeit:

Es können ja auch andere über einen öffentliche Bewertungen verfassen.

Siehe
http://www.meinprof.de/
http://www.sichelputzer.de/2009/04/07/myonid-personalmeldung-mal-ganz-anders/
http://www.kununu.com/

ect.

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am 26.04.2009 geschrieben am 26.04.2009 geschrieben

Mich würde jetzt ja doch mal interessieren, was die "Urheber" dieses Forenthreads dazu zu sagen haben. Wo sind sie denn?

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