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(Datenschutz-)Rechtliche Aspekte beim E ...

AutorBeitrag

am 26.04.2009 geschrieben am 26.04.2009 geschrieben

Interessante Diskussion und ich stimme vor allem Christian und Melanie zu.

Ich selbst bin den Weg von einem öffentlichen Blog zu einem geschlossenen Blog gegangen und habe ihn nach dem Seminar wieder geöffnet. Eine interessante Erfahrung, mehr aber auch nicht.

Diese Impressumspflicht war mir suspekt, aber die Qualität eines öffentlichen Blogs war mir mehr Wert und so fügte ich mich in die Rechtslage. (Ganz wohl ist mir dabei heute immer noch nicht, obwohl ich öffentlich auftrete. Es ist ein Stück Privatheit, das ich dabei aufgebe.)

Zwingen sollte man Niemanden, dennoch eventuell im Rahmen der Medienerziehung vermitteln, dass authentisches Verhalten im Netz sich auch positiv auf das Arbeitsprofil auswirken kann.

Im Rahmen eines Vortrags am IT College Putbus auf Rügen wies ich die Auszubildenen darauf hin, welche Chancen sich ergeben, dass die Arbeitsprofiler heute Google fragen, wer da kommt. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt und noch besser, ich kann aktiv einwirken auf das eigene Profil. Ich sehe das als Chance die unbedingt genutzt und vermittelt gehört!

Die einzige Frage die sich mir stellt: es gibt erstaunlich viele die mit meinem Namen rumrennen bei Google. Muss ich also meine Google.-Hits künstlich in die Höhe treiben?

Viele Grüße, Mel

am 26.04.2009 von Melanie Gottschalk bearbeitet.

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am 26.04.2009 geschrieben am 26.04.2009 geschrieben

@Ralf
Ein Gruppenblog-System mit skalierbaren Benutzerrechten finde ich im Bildungskontext eine sehr gute Lösung, wenn nicht die einzig vertretbare, im Gegensatz zu öffentlichen Einzelblogs mit Impressumspflicht.

Schade finde ich nach wie vor, dass auf das wirklich Tolle, die Möglichkeiten der kollaborativen Zusammenarbeit in Bildungseinrichtungen sehr zögerlich eingegangen wird.

Es ist doch so: Einen Blog zu schreiben und eventuell mal in einem Wiki vorbei zu schauen kratzt gerade mal ein der Spitze des Eisbergs der Möglichkeiten mit Web 2.0 Technologien. Studenten einfach nur zur Nutzung solcher Technologien zu zwingen ohne ihnen den wirklichen Nutzen zu vermitteln endet in nur konsumierten Wikis.

Als ich neulich mit ein paar Kommilitonen eine Fallstudie bearbeitet habe, wollten sie Tatsächlich die Dokumente mit einem USB-Stick zwischen unseren Notebooks "synchronisieren" . Ich habe dann den Vorschlag gemacht, doch einfach Dropbox www.getdropbox.de zu verwenden. Seit dem synchronisieren wir alle Unirelevanten Dokumente in unserer Seminargruppe per Dropbox (Alternative: Wuala www.wuala.com ).

Ich denke über den Datenschutz muss intensiv nachgedacht werden. Aber die Probleme mit den neuen Medien gehen viel weiter. Und auch im Bildungskontext müssen sich noch mehr Gedanken gemacht werden.

am 26.04.2009 von Ruben Schmidtmann bearbeitet.

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am 26.04.2009 geschrieben am 26.04.2009 geschrieben

"Ruben Schmidtmann":

...
Schade finde ich nach wie vor, dass auf das wirklich Tolle, die Möglichkeiten der kollaborativen Zusammenarbeit in Bildungseinrichtungen sehr zögerlich eingegangen wird.

Es ist doch so: Einen Blog zu schreiben und eventuell mal in einem Wiki vorbei zu schauen kratzt gerade mal ein der Spitze des Eisbergs der Möglichkeiten mit Web 2.0 Technologien. ...
Ich denke über den Datenschutz muss intensiv nachgedacht werden. Aber die Probleme mit den neuen Medien gehen viel weiter. Und auch im Bildungskontext müssen sich noch mehr Gedanken gemacht werden.


Ja, Ruben,

den Anfang macht ein Lehrender mit der Überlegung, wie er das Unterrichtsdesign gestaltet. Oder in anderen Begriffen, welche didaktischen Pfade zum Erreichen des Lernziels eingeschlagen werden. Kollaboration der Lernenden ist dabei ein Weg. Wenn diese Vorentscheidung getroffen ist, kann er weiter überlegen, welche Instrumente/Techniken eingesetzt werden sollen. Dazu gehören dann persönliche Kenntnis, Verfügbarkeit etc. als weiter Kriterien.

In diesem Thread haben wirt mit der Rechts-/Datenschutzfrage begonnen. Mit ein paar Infos über die Fallstricke ist das alles lösbar.

Die Frage der Motivation und Bereitschaft der Lehrenden ist allerdings ist allerdings Voraussetzung für Bewegung.

Wie hoch ist eigentlich die Bereitschaft der Lernenden bei acht Lehrveranstaltungen im Semester mit aktivierenden Methoden zu arbeiten?

Übrigens: Dateiaustausch konnte man vor über zehn Jahren mit BSCW-Systemen schon online machen.

am 26.04.2009 von Ralf Hilgenstock bearbeitet.

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am 26.04.2009 geschrieben am 26.04.2009 geschrieben

@Ralf

Mir ist durchaus bewusst, dass die Motivation der Lehrenden das größte Problem ist.

Ich als Student würde mich natürlich über mehr kreativen Medieneinsatz sehr freuen. Was ich sehr begrüßen würde, wären andere technologische Feedback-Kanäle, nicht nur die traditionellen Sprechstunden.

Soweit erstmal. Ich verfolge die Diskussion mit viel Spannung, obwohl ich kein Lehrender bin, denn das Internet und die sich daraus ergebenden Technologien revolutionieren die Welt. Sich darauf einzulassen und seine eigenen Standpunkte dazu überdenken zu können, wird uns noch eine ganze Menge abverlangen.

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am 27.04.2009 geschrieben am 27.04.2009 geschrieben

@Christian

Völlig zu Recht wird nach den Leuten gefragt, die diesen Thread eröffnet haben. Sie sind derzeit werktags voll in die Hochschullehre eingespannt. Da bleibt nicht viel Zeit für Online-Aktivitäten. Ich sehe aber, dass unsere intensivere Beteiligung sehr wichtig ist.

Ganz kurz zu der - übrigens immer wieder als Warnung kommunizierten - Aussage: "Ihr habt doch wohl nicht die Studis zum öffentlichen Bloggen verpflichtet?" Doch haben wir! Aber nur ungefähr drei Tage lang. Dann meldete sich der erste Student und verwies auf sein Grundrecht zur informationellen Selbstbestimmung. Daran schloss sich eine mehrwöchige Diskussion der gesamten Matrikel einschließlich aller dabei vorkommenden Fraktionsbildungen, Ausgrenzungen etc. an. Wir Dozenten waren recht schnell gezwungen, die kritischen Stimmen in Schutz zu nehmen und dafür zu sorgen, dass diese Studis aufgrund ihrer Meinung nicht als Menschen schlecht gemacht wurden. Neben den argumentativen Kompetenzen auf inhaltlicher Ebene haben die Studierenden so auch ihre Online-Diskussionskultur entwickelt. (Telepräsenz muss erst gelernt werden. Das ist bisweilen ganz schön mühsam und nicht selten in wenig verletzend.)

Im Ergebnis der Diskussion konnte dann jeder Student für sich selbst auf einem vergleichsweise kompetenten Niveau bestimmen, ob er fortan einen geschlossenen Blog führen möchte. Der derzeitige Stand ist also folgender:
  1. Die Studis müssen ein E-Portfolio und darin insbesondere ein Weblog führen.
  2. Die Studierenden sollen ihr E-Portfolio öffentlich führen, können es aber auch geschlossen halten, d.h. mit Passwort-Schutz versehen, sodass nur die Dozenten und ein selbst bestimmter Personenkreis Zugang zu den Inhalten haben.
  3. Die Studierenden werden mit den möglichen Konsequenzen eines öffentlich geführten E-Portfolios konfrontiert und zu einem Diskurs über die Regeln des E-Portfolio-Führens angeregt (Selbstregulierung statt externer Regulierung)
  4. Den Studis erwächst aus dem Führen eines geschlossenen Blogs kein Nachteil in der Bewertung.

Der dritte Punkt bedarf noch einer Erklärung. Indirekt fließt das Führen eines geschlossenen E-Portfolios doch noch in die Note ein. Es zeigte sich, dass Beiträge auf geschlossenen Blogs in der Tendenz weniger reichhaltig waren als die auf öffentlichen Blogs. Die stärkere Auseinandersetzung mit den öffentlichen Beiträgen führt zu intensiverer und bewussterer Reflexion. Nur exzellente Studierende sind in der Lage auch in einem geschlossenen Blog ein vergleichbares inhaltliches Niveau zu erreichen. Alle andere profitieren eher vom öffentlichen Diskurs.

Aus meiner Sicht haben wir hier in Ilmenau damit einen für Hochschulen gangbaren Weg gefunden. Man kann das Bloggen verpflichtend machen, wenn man
  • das öffentliche Bloggen nicht zur Pflicht erhebt,
  • mit der Entscheidung für den (öffentlichen) Blog-Einsatz auch die Verpflichtung übernimmt, umfassend über die möglichen Konsequenzen aufzuklären.

Zum ersten Anstrich: Auch wenn wir die Studierenden nicht zwingen, ihre E-Portfolios öffentlich zu führen, so halten wir sie dennoch dazu an. Gerade in KMW-Studiengängen muss man diese neuen Kommunikationswerkzeuge perfekt beherrschen. Dazu muss man m.E. in der Tendenz auf das schützende Dach des Gewächshauses verzichten.
Zum zweiten Anstrich: Ja, man muss sich den neuen Dingen stellen, jedoch nicht, indem man all die vielen "Abers" vorbringt, sondern sich eher mit dem "Wie" auseinander setzt. Der notorische Optimismus der Web 2.0 Befürworter ist nach meiner Erfahrung da eher kontraproduktiv, weil er die zahlreichen Fallstricke mit rosarotem "alles wird gut"-Zucker verdeckt. Wir hatten uns nicht ausreichend im Vorfeld gefragt, ob wir auch alles Wesentliche bedacht haben. Zu sehr waren wir damit beschäftigt, uns für das innovative Lehr-/ Lernkonzept toll zu finden. Insofern finde ich es gut, dass in diesem Thread auch eine kritische Position vertreten wird. Eigentlich bräuchten wir noch weitere kritische Positionen.

Die in diesem Thread zu lesenden kritische Auffassungen über den Einsatz von Online-Werkzeugen im Lehr-/Lernprozess begreife ich nicht als grundsätzliche Kritik dieses Ansatzes. Insofern brauchen wir uns eigentlich auch nicht zu rechtfertigen, weshalb wir öffentliches oder nicht-öffentliches Bloggen gut und sinnvoll finden. Vielmehr müssen wir die "Wenn..., dann.." Aspekte thematisieren: "Wenn die Blogs öffentlich geführt werden sollen, dann musst Du auch auf ... achten."

Ganz kurz zu der Frage, ob wir mit schulischem Bloggen nicht eher zur Vermüllung des Web beitragen: In unserem mittlerweile über zwei Jahre laufenden Blog-Einsatz zeigte sich, dass die über die Blogs kommunizierten auf das Lernen bezogenen Inhalte eine Teilöffentlichkeit erzeugen. Das war zu erwarten. Der Mehrwert besteht aber darin, dass punktuell auch die "Außenwelt" zum Diskurs beiträgt. In einem geschlossenen Szenario wäre das nicht möglich. Wir profitieren also von der Möglichkeit der (Welt-) Öffentlichkeit.

Hier noch meine Meinung zum (unbewussten) Preisgeben von Fehlern und daraus u.U. folgenden schlechteren Berufsaussichten. Wir haben am Educamp-Wochenende immer wieder von einer neuen Fehlerkultur gesprochen: Fehler für sich genommen sind nicht schlecht. Schlecht ist nur, wenn man sich mit ihnen nicht auseinandersetzt. Ein öffentlich geführtes E-Portfolio muss also gerade die Auseinandersetzung mit den eigenen Fehlern thematisieren, und zwar so, dass sich der Personaler später nicht einfach selektiv betätigen kann: Die Reflexion des eigenen Tuns muss in das gesamte E-Portfolio förmlich eingewoben sein. Schüler und Studenten dahingehend anzuleiten, zählt aus meiner Sicht ebenfalls zu den Aufgaben der Dozenten und Lehrer.

Abschließend noch eine Anregung zur Ausdifferenzierung der Diskussion in diesem Thread. Die Konsequenzen eines (verpflichtenden) Blog-Einsatzes in der Hochschule sind nicht zu unterschätzen, aber noch gut beherrschbar. Viel schwieriger sieht es da an Schulen aus, weil eben die Eltern mitbestimmen müssen, was ihre Kinder von sich preisgeben dürfen. Welche zusätzlichen Punkte müssen deshalb bei der Planung des Blog-Einsatzes im Unterricht bedacht werden? Welche vom Uni-Einsatz abweichenden Wege müssen beschritten werden und warum?

am 27.04.2009 von Gunther Kreuzberger bearbeitet.

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am 28.04.2009 geschrieben am 28.04.2009 geschrieben

Hi,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Du schreibst (und das ist für mich sowas wie ein Fazit aus deiner Antwort):

"Aus meiner Sicht haben wir hier in Ilmenau damit einen für Hochschulen gangbaren Weg gefunden. Man kann das Bloggen verpflichtend machen, wenn man

* das öffentliche Bloggen nicht zur Pflicht erhebt,
* mit der Entscheidung für den (öffentlichen) Blog-Einsatz auch die Verpflichtung übernimmt, umfassend über die möglichen Konsequenzen aufzuklären."

Hier stimme ich voll und ganz zu (habs in meinen Veranstaltungen genauso gemacht).

Vielleicht auch noch ein Kommentar zur Vermüllung des Web (@Ralf): Ich habe bislang bei den Beiträgen meiner Studenten niemals das Gefühl gehabt, dass in irgendeiner Weise Müll zum Web hinzugefügt wurde. Die massenhafte Erstellung von user-generated content ist im Übrigen ein Faktum, mit dem Suchmaschinen usw. umgehen können müssen (ich persönlich wühle mich im Web selten durch Müll). Ich jedenfalls sehe dadurch keine Veranlassung dazu, dass meine Studenten nicht ihre interessanten Gedanken online stellen sollten.

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am 28.04.2009 geschrieben am 28.04.2009 geschrieben

Hallo Christian,

ich habe nicht von Vermüllung, sondern vom Rauschen gesprochen. Das sind für mich zwei unterschiedliche Dinge.

Ralf

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am 28.04.2009 geschrieben am 28.04.2009 geschrieben

order from noise
http://beat.doebe.li/bibliothek/w00369.html

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am 28.04.2009 geschrieben am 28.04.2009 geschrieben

"Ralf Hilgenstock":

Hallo Christian,

ich habe nicht von Vermüllung, sondern vom Rauschen gesprochen. Das sind für mich zwei unterschiedliche Dinge.

Ralf


Ok, stimmt. Aber was bedeutet dann "Rauschen" im Netz? Wenn sich Studenten gemeinsam und mit Personen außerhalb eines Seminars in ihren Weblogs über Erfahrungen und Inhalte austauschen, ist das dann Rauschen?

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am 28.04.2009 geschrieben am 28.04.2009 geschrieben

Hier noch ein Link auf meinen Blog, wo ich einen tatsächlich aufgetretenen Fall von Urheberrechtsverletzung im Rahmen unseres E-Portfolio-Einsatzes beschrieben habe.: http://koelibri.edublogs.org/2009/04/20/urheberrecht-und-e-portfolios/

Der in meinem letzten Beitrag geäußerte selbstkritische Ton bezieht sich genau darauf. Mit etwas mehr Skepsis und daraus resultierend Vorbereitung hätten wir den Studis einiges an Geld ersparen können.

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