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Themenwunsch: Zukunft des Lehrbuchs

Beitrag verlinken am 21.02.2012 geschrieben
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Hallo Ruth,

das Educamp ist sicher eine gute Möglichkeit, Interviewpartner zu finden, aber ich bin mir unsicher, ob man die Lernenden- und Lehrenden-/Autorenrolle hier so gut getrennt bekommt. Ich denke der Großteil der Educamp-Teilnehmer sind Lehrende, die sich aber auch als Lernende verstehen, ich weiß nicht, ob Dein Thema diesen "Graubereich" berücksichtigt (und wenn nein: warum nicht?).

Die zweite Schwierigkeit sehe ich in einem generellen Henne-Ei-Problem Deiner Aufgabe (die cih aber zu wenig kenne, um hier zu kritisieren, daher nur als Anmerkung/Hinweis): Wie man lernt und OER nutzt steht ja in einem ganz engen Verhältnis dazu, welche kostenpflichtigen Lehrmittel und OER vefügbar sind. Ich denke auch nicht, dass Lernende da unterscheiden, ob es sich um kommerzielle oder freie Lernmaterialien handelt. Damit liefe die Frage generell auf die Gestaltung von Lernmedien hinaus, was ja nicht schlimm ist.

Das wären nur so meine Gedanken dazu. Das Thema klingt absolut spannend, da wir uns gerade im Rahmen von L3T auch mit diesen Fragen konfrontiert sehen. Falls Du zu dem Ergebnis kämest, dass hier kommerzielle Produkte von OER zu unterscheiden sind, wäre das aus meiner Perspektive noch interessanter.

Beitrag verlinken am 26.02.2012 geschrieben
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Was man bei einem community-getriebenen Ausbau des OER-Gedankens beachten sollte ist, das man neben einem communitygestützten Qualitätsmanagement die »Educational Ressources« möglichst modularisiert verbreitet. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass es oft so ist, dass Lehrende so gut wie nie eine Unterrichtseinheit von einem anderen Lehrenden übernehmen. Vielmehr ist es so - das zeigen auch einige Studien dazu - dass dLehrende für ihre Unterrichtsplanung in der Regel mehrere unterschiedliche Quellen heranziehen. Häufig sind das dann besonders gut gestaltete Medien-Elemente oder hilfreiche Tools. Deshalb wäre es gut bei OER z.B. zu unterscheiden ob es sich um
a) Medienelemente b) Tools oder c) nicht zerlegbare Unterrichtsplanungen handelt.
Beitrag verlinken am 27.02.2012 geschrieben
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Qualitätsmanagement empfinde ich hier als einen der wichtigsten Punkte überhaupt. Nicht nur, dass die Richtigkeit der Inhalte geprüft wird, sondern auch Relevanz, Darstellung etc. Zudem erreichen die OER bei einer großen/qualitativ hochwertigen Review stärkeres Vertrauen, siehe L3T.

Ich bin mir aber nicht sicher, ob die kleinstmögliche Modularität eines der Qualitätsziele sein sollte. Für Lehrer sehe ich das ein, aber bei Lernenden/Autodidaktikern auch?

(Anmerkung: Damit geht das Thema schon weitab von dem, was ich mir anfangs dachte, will aber die Diskussion nicht kaputt machen, die gefällt mir auch. Wollte nur vorwarnen, dass ich bei einem Sessionvorschlag ev einen anderen Schwerpunkt setzen würde)

Beitrag verlinken am 06.03.2012 geschrieben
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Wolfgang Neuhaus:
Aus meiner Sicht ist es wichtig, darauf zu achten, dass es nicht nur darum gehen sollte, analoge Medien ins digitale zu übertragen, sondern, dass wir Lehrbücher gestalten, die aktive Formen des Lernens im konstruktivistischen Sinne anregen, die so offen und flexibel gestaltet sind, das Lernende zu Autoren und Forschern werden können.

Da würde ich auch gerne mal in einer Runde drüber nachdenken. Wie müssten/könnten solche "Lernbücher" denn aussehen?

Es kam hier in den Kommentaren ja bereits der Vorschlag eines "leeren" Buchs. Wir haben so etwas mal auf europäischer Ebene versucht. Ursprünglich war von den Iniatoren tatsächlich ein gedrucktes Schulbuch geplant herausgekommen ist ein Wiki zur europäischen Kulturgeschichte von Schüler für Schüler: www.classroom4wiki.eu/index.php

Für eine Weiterführung über die Pilotphase hinaus fehlen zur Zeit allerdings die finanziellen Mittel.

Apropos Finanzen: Ganz so zugespitzt, dass es nur über Engagement und Anerkennung laufen muss, sehe ich das nicht. Es gibt einzelne Projekte, wo aus Steuergeldern Schulbücher entwickelt und erstellt werden, wäre es da nicht sinnvoll, diese als digitale "Schulbücher" im oben zitierten Sinn neu denken und unter Creative Commons zu stellen (http://geschichtsunterricht.wordpress.com/2012/03/03/gute-nachrichten-fur-deutsch-polnisches-schulgeschichtsbuch/).

Freue mich auf eine angeregte Diskussion in Köln!

Beitrag verlinken am 06.03.2012 geschrieben
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Daniel Bernsen:

Da würde ich auch gerne mal in einer Runde drüber nachdenken. Wie müssten/könnten solche "Lernbücher" denn aussehen?

 

Online haben wir diese Diskussion ja kürzlich mit Martin Lindner, Lisa Rosa und anderen angefangen: http://www.mediendidaktik.org/2011/11/13/das-schulbuch-der-zukunft-ist-einschulbuch-der-schuler/

Ansonsten ist vielleicht auch unser Open Access Artikel zum Thema ganz interessant:

http://www.phydid.de/index.php/phydid-b/article/view/321

 

 

Beitrag verlinken am 07.03.2012 geschrieben
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Wolfgang Neuhaus:
 

Online haben wir diese Diskussion ja kürzlich mit Martin Lindner, Lisa Rosa und anderen angefangen: http://www.mediendidaktik.org/2011/11/13/das-schulbuch-der-zukunft-ist-einschulbuch-der-schuler/

Ansonsten ist vielleicht auch unser Open Access Artikel zum Thema ganz interessant:

http://www.phydid.de/index.php/phydid-b/article/view/321

 

Danke für die Hinweise. Werde ich gleich mal reinschauen!

Beitrag verlinken am 14.03.2012 geschrieben
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Hallo,

ich finde das Session Thema interessant, und habe mich damit auch schon mehrfach beschäftigt, eigene Gedanken gemacht und auch schon etwas ausprobiert. Ich würde dies gern mit Euch diskutieren (hier finde ich es zu umständlich). Da ich erst Sa. nach dem Mittag vom BibMeetsKnowledge hierher zum eduCamp wechsle, wäre es toll, wenn die Session stattfindet und nachmittags in den Plan kommt Bis Samstag, Dirk

 

Beitrag verlinken am 15.03.2012 geschrieben
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Mir scheint, wir würden mit dem Schulbuch/Lehrbuch/textbook genau das alte Unterrichten /lehren wieder zum Zentrum des Geschehens machen. Alter Kack in neuem Frack. Und das macht dann auch noch furchtbar viel Arbeit an der falschen Stelle. das Lehrbuch entspricht der Lernform "systematisches Lernen", der Hauptlernform des Industriezeitalters. Man kann es erweitern, optimieren, digitalisieren, aber es bleibt dem systematischen Lernen verhaftet. Sprachen lernt man am schlechtesten mit Lehrbüchern. Musiklernen und Lehrbuch stehen einander paradox gegenüber. Selbst Mathe kann man heute lernen mit frei verfügbarem Matrial im Netz (ob Khan-videos oder einzelnen Seiten zu bestimmten Problemen und Gegenständen). Ein geschlossenes Textbuch Chemie Klasse 8 oder Geschichte kl. 10 brauchen wir schon lange nicht mehr. Wasnützlich ist sind Quellensammlungen zu Einzelthemen (ohne Lehrerfragen dazu!), und wenn mit Kürzungsvorschlägen versehen, dann bitte mit dem Original dahinter. Je nach Domäne /Fach /Fächerübergreifendem Gegenstand enthält eine "Quellensammlung" andere Formate und Medienformen. Mit Quellen sind Repräsentationen des jeweiligen Lerngegenstands aus der Real World gemeint -nicht aus der Didactical World.
Beitrag verlinken am 15.03.2012 geschrieben
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es geht weniger darum, diese Quellen des Lernens didaktisch zuzurichten, "aufzubereiten", sondern mehr darum, sie nützlich zu sammeln, zusammenzustellen und evt zu kommentieren.
Beitrag verlinken am 16.03.2012 geschrieben
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Lisa Rosa:
es geht weniger darum, diese Quellen des Lernens didaktisch zuzurichten, "aufzubereiten", sondern mehr darum, sie nützlich zu sammeln, zusammenzustellen und evt zu kommentieren.

 

Genau!  Ich sehe das Lehrbuch eher als ein leeres Buch, das mit den Erfahrungen der Lernenden wächst. Es sollte eine Portfoliofunktion haben, aber auch Möglichkeiten bieten, aktive Formen des Lernens anzuregen und zu unterstützen, indem z.B. interne und externe Sensoren und Internetverbindugen entsprechender Hardware nutzbar gemacht werden. Und natürlich die Kommunikation über die Klassenraumgrenzen hinaus ermöglichen. Dennoch hören wir auch von vielen Lehrern, das sie Schülerinnen und Schüler durch die Gestaltung der Lernumgebungen anregen wollen, bestimmte Erfahrungen zu machen. Deshalb halten wir es für sinnvoll die Portfoliofunktion auch für den Lehrer anzubieten, so dass dieser aus unterschiedlichen Quellen Angebote verfügbar machen kann.

tagsStichwörter: Lehrmaterialien
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