Klaus Meschede:
Die Nutzung sollte jeder Lehrkraft überlassen werden. Materialien sollten möglichst neutral veröffentlicht werden, ohne didaktischen Schnickschnack, Arbeitsaufträge, Methoden etc. Fertige UE sind unsinnig, jede Situation, Gruppe etc. ist anders. LuL kriegen das schon gebacken, aus Bausteinen etwas Passendes herzustellen. Am besten entwickelt man die UE zusammen mit den SuS, die tragen meistens auch noch eine Menge anderer Bausteine heran.
Da stimme ich Dir grundsätzlich zu, unbedingt. Es wird viel zu viel "Material" für die Schüler_innen didaktisiert. Dahinter steht, dass das, was gelernt werden soll, kontrolliert werden soll. Das brauchen wir nicht, wenn es um die eignen Fragen der Schüler_innen geht, und nicht um ein vorgefertigtes outcome.
Aber etwas anderes finde ich wichtig: Praxisberichte über Unterricht bzw. Lernprojekte, die gelaufen sind. Denn nur damit kann man lernen, wie man Lernen anleiten kann. Denn fertige Unterrichtseinheiten sind nur nicht deshalb so schlecht, weil jede Lerngruppe anders ist, sondern weil sie meistens am grünen Tisch entworfen werden, gar niemals durchgeführt, geschweige denn evaluiert wurden, und immer so angelegt sind, dass sie keine situative Planung zulassen, sondern nur Umsetzen von fertiger Vorausplanung wollen.
Für Praxisberichte kann man aber super gute Standars klären:
z.B. sollten sie a) einen Bericht über Planung, Durchführung, Auswertung eines Lernvorhabens enthalten, in dem die konkrete Gruppe, in der es durchgeführt wurde, also das Besondere gut zu erkennen ist. Und b) gleichzeitig angeben, was man für verallgemeinerbar an diesem konkreten Lernvorhaben hält. Aus beidem kann sich der Leser nämlich sehr viel für seine eigene Gestaltung mit der eigenen Lerngruppe backen.
Und dann kommt überhaupt erst der Materialteil zum Praxisbericht. In dem sind alle benutzten Materialien samt Linksammlungen und hergestellten Blogs angegeben bzw. frei kopier- und veränderbar enthalten.