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Hörst Du mich noch oder twitterst Du schon?

Beitrag verlinken am 04.01.2010 geschrieben
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Hallo zusammen,
nun rückt das nächste EduCamp näher und ich freue mich drauf. Bei allen vorherigen BarCamps wurde auch stets nach Verbesserungsvorschlägen gefragt und ich dachte mir, ich greife mal einen Kritikpunkt auf, an den ich mich hoffentlich richtig erinnere, der mir aber auch inzwischen an anderen Stellen immer öfter begegnet.

Ist es unhöflich, wenn jemand referiert oder mehrere miteinander diskutieren, daneben zu sitzen und vertieft in den Laptop zu twittern oder "schlimmeres". Oft wird vorgebracht - auch aber nicht nur von Nicht-Twitterern - dass es als unhöflich oder zumindest schwer einschätzbar wahrgenommen wird, wenn das Gefühl der Abwesenheit entsteht.

Ich will das gar nicht (be-)werten. Aber vielleicht ein Vorschlag zur Ritualisierung:
Am Eingang/zu Registrierung gibt es kleine, farbige (natürlich die selbe Farbe) Kärtchen mit einem Twitterlogo oder ähnlichen drauf (einfache Papierkopien). Der Sessionleiter hat die Möglichkeit, Phasen oder die ganze Session durch anheften des Zettels an der Front zu "twitterfreien Zone" zu erklären. Jeder einzelne EduCamper kann durch Heben der eigenen Karte signalisieren, dass er/sie sich mehr Aufmerksamkeit wünscht.

Das Zeichen/Ritual kann natürlich x-beliebig aussehen. Meine Idee wäre einfach, Phasen ungeteilter Aufmerksamkeit zu ermöglichen.
Aber vielleicht haben wir uns schon alle so dran gewöhnt, dass es gar nicht mehr nötig ist?
Beitrag verlinken am 04.01.2010 geschrieben
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Dazu braucht es noch Freizonen für "Mit dem Nachbarn reden", " Versonnenes nachdenken", "Nachfragen", "Aus dem Fenster schauen" und "Däumchen drehen". Reduziert alles die ungeteilte Aufmerksamkeit und macht mich als Mitbesucher immer ganz kirre (außer ich mache es selber).
Beitrag verlinken am 04.01.2010 geschrieben
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Ich habe Twitter auch mehr als "Aufhänger" verstanden, an dem sich wahrscheinlich die Kritik am einfachsten festmachen lässt.

Aufmerksamkeitsritual? Ruhezeichen? Pausekarte?
Vielleicht denke ich da auch einfach zu schulisch
Beitrag wurde am 04.01.2010 vom Verfasser bearbeitet
Beitrag verlinken am 04.01.2010 geschrieben
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ich würde es mal anders sehen:

- wieso haben es lehrende nie geschafft mich 45 minuten oder länger in den bann zu ziehen?
- wieso beherrschten lehrende es nie mich dazu zubewegen 45 minuten lang mitzumachen?
- wieso fehlte mir die lust 45 minuten jemanden aufmerksamkeit zu geben?

ich würde nicht dann daraus schließen: "und endlich kam twitter" - nein, eher "ah eine neue möglichkeit, was (für mich offensichtlich) anderes zu tun"

und ja das ganze wäre ne session wert, wiewohl ich ja nicht anwesend sein werden, aber spannend fände ich es ...

Beitrag verlinken am 04.01.2010 geschrieben
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Also twitterfreie Zone könnt ihr gerne machen, dann komme ich halt nicht. Ist ganz easy! Also wirklich, wer mit obskuren Regeln die sozialen Bedürfnisse der Besucher unterdrücken möchte, der möge doch bitte erstmal darlegen, welchen unvergleichlichen Vorteil ich dadurch erlange.

Nen EduCamp ohne twitter??? Ohne twitterwall? Ohne wildes Ausprobieren?? Welchen Sinn sollte sowas haben? Kommt für mich einer klassischen Fazialpalmierung für die Teilnehmer gleich.

cheers,
Helge
Beitrag wurde am 04.01.2010 vom Verfasser bearbeitet
Beitrag verlinken am 05.01.2010 geschrieben
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educamp = barcamp.
Beitrag verlinken am 05.01.2010 geschrieben
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Twitterfreie Zone weil es als unhöflich empfunden wird? No-GO!

Bitte keine Rückschritte in Sachen Offenheit!

Niemals ist es mir leichter gefallen, Dinge die ich gehört habe zu erfassen als mit den Tools unserer Zeit. Zuhören, Überdenken, Zusammenfassen, Diskutieren parallel, Erkenntnisse, Kontroversen herausarbeiten usw.
Nie zuvor, war es möglich in zwei Sessions gleichzeitig anwesend zu sein. (Beweise lieferte das Educamp in Ilmenau, wo raumübergreifende Diskussionen stattfanden.)
Wo findet man denn heutzutage freiwillige Protokollanten? *schmunzel*
Bei meinen eigenen Sessions sorge ich dafür, dass parallel im Wiki mit geschrieben wird. Wenn ich über Twitter zitiert werde, freue ich mich darüber.
Auf der anderen Seite: immer alle in den Bann ziehen ist fast unmöglich. 45 Minuten hoch konzentriert nichts tun, failed. Die Aufmerksamkeit geht einfach irgendwann in den Keller.
Ehrlich gesagt: wenn eine Session zur Twitterfreien Zone erklärt wird, würde ich mir zweimal überlegen dort hin zu gehen.

Ungeteilte Aufmerksamkeit gibt es eh nicht. Fakt ist doch: ich gehe in eine Session um Impulse zu bekommen, Ideen mitzunehmen, mich auszutauschen zu bestimmten Themen. Wir haben keinen gemeinsamen Startpunkt, denn jeder hat sich ein eigenes breites Spektrum aufgebaut. Jeder zieht sich das aus den Informationen heraus, was für ihn persönlich oder sein Umfeld interessant ist. Alles andere fällt hinten über. Gut so! Also, Herr Lehrer Scheppler (grins, der musste sein). Es gibt hinterher keine Klausur zu bestehen in denen Abgefragt wird ob auch alle vermittelten Inhalte wahrgenommen wurden... *g*

Last but not least: es ist nicht unhöflich und sollte auch nicht so wahrgenommen werden!

Imho... lasst uns weiter Dinge ausprobieren und um mit Keith Haring zu schließen: Nichts ist so erfrischend wie ein beherzter Schritt über die Grenzen.

Lg Melli
Beitrag verlinken am 05.01.2010 geschrieben
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... also ich wollte eine Session zu Twitter anbieten... natürlich TwitterFREI
Beitrag verlinken am 05.01.2010 geschrieben
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Die Aufmerksamkeitsdichte ist nicht von Twitter abhängig und -hoffe ich mal- auch nicht von Papier + Stift - Mitschriften. Twitter ist vielmehr ein Relevanz-Filter und (für mich) ein Notiz-Blog (-Block). Gibt es nichts Mitteilungswertes, war die Session nicht erquickend genug.
Beitrag verlinken am 05.01.2010 geschrieben
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OK, die Stimmung hier scheint eindeutig zu sein.
Und bevor das falsch rüberkommt: Auch ich wäre strikt gegen ein Verbot - wie ich jedes Verbot für zweifelhaft halte. Aber - und das war der Grund für das Post, das wie ich inzwischen glaube hier einfach am falschen Ort geäußert wurde - es gab diese Debatte unmittelbar nach dem letzten EduCamp. Und ich nehme an, es wird sie auch wieder geben, wenn diesmal so viele neue gesichter hinzukommen und auch Interessierte von außerhalb der Community. Dessen sollte man sich vielleicht einfach nur bewusst sein, um seine Reaktion auf evtl. skeptische Blicke gegenüber denen, "die da einfach nur sitzen und tippen" im Vorfeld zu überdenken und die Chance ds Überzeugens, Zeigens, Infizierens zu nutzen. ddenn nach dem letzten Camp gab es viele, die dadurch erst auf Twitter aufmerksam wurden (praktisch und nicht durch nen TV-Beitrag).

In diesem Sinne: Jedem sein Twitter, uns allen unser EduCamp!
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