In diesem Workshop wollen wir Zukunftsszenarien einer innovativen, forschungsorientierten Bildungswissenschaft entwickeln. Dabei fragen wir kritisch: Wodurch zeichnet sich eine Bildungswissenschaft 2.0 aus? Wie können wir praxisrelevante und gleichzeitig wissenschaftlich hochwertige Forschung betreiben? Und: Welche Kompetenzen müssen junge Nachwuchsforscher mitbringen bzw. entwickeln, um eine solche Forschung zu betreiben?
Ausgangspunkt:
Angeregt von einem Artikel von Gabi Reinmann (http://medienpaedagogik.phil.uni-augsburg.de/denkarium/wp-content/uploads/2008/08/bildungsforschung.pdf) und den Diskussionen auf einer "Forschungswerkstatt" von Peter Baumgartner und Gabi Reinmann bieten wir (Tamara Bianco, Silvia Sippel, Tobias Jenert, Alexander Florian und ich) eine Session zur Methodik in der (medialen) Bildungsforschung an.
Unserer Meinung nach lässt sich die Bildungsforschung derzeit grob in zwei "Lager" unterteilen: Auf der einen Seite die empirische Bildungsforschung, die häufig in quasiexperimentellen Designs umgesetzt wird und eher auf Grundlagenforschung ausgerichtet ist. Auf der anderen Seite eine eher praxologische Bildungsforschung. Hier lassen sich Arbeiten ausmachen, die an der konkreten Gestaltung von Bildungskontexten ansetzen (aktuell häufig zum Einsatz von Web 2.0 in der Bildung). Forschung in diesem Bereich basiert oftmals auf nicht-repräsentativen Umfragen oder Einzelfallberichten und hat meist eher deskriptiven Charakter (z.B. Berichte über Implementationen von Technologien).
Der „Bildungswissenschaftler 2.0“, wie wir ihn derzeit sehen, ist tendenziell bestrebt, innovative Trends aufzunehmen und möglichst schnell in der Bildungspraxis zu erproben. Dies kann dazu führen, dass (technologische) Entwicklungen nur oberflächlich reflektiert und auf wissenschaftliche Erkenntnisse der Bildungsforschung bezogen werden.
Zusammen möchten wir am Entwurf einer , innovativen (Bildungs-)Forschung arbeiten, die beiden Ansprüchen − dem einer methodisch etablierten Forschung und dem der Integration innovativer Medien und Methoden in die Bildungspraxis − gerecht werden kann. Dies erfordert aber auch, die gängige Praxis der klassischen Bildungsforschung aufzubrechen und (vorhandene) Alternativen zu diskutieren bzw. als Zukunftsszenarien zu entwickeln.
Dabei könnten sich je nach Interessensschwerpunkten der Teilnehmenden folgende Untergruppen entwickeln,:
- AG 1: Status Quo - Entwicklung einer Forschungslandkarte mit -designs und –methoden
- AG 2: Zukunftsszenario 1 - Ziele und Gütekriterien innovativer Bildungsforschung
- AG 3: Zukunftsszenario 2 - Welche Forschungsdesigns sind viel versprechend für eine innovative Bildungsforschung? Welches Methodenrepertoire (Erhebungs- und Auswertungsmethoden) ist dazu notwendig?
- AG 4: Zukunftsszenario 3 - Förderung einer Bildungsforschung 2.0: Wie fördern wir unsere eigene Forschungskompetenz?
- AG 5: Wie generieren wir Impact? Entwicklung von Publikationsmöglichkeiten bzw. andere Möglichkeiten der Einflussnahme
Als Teilnehmer entscheidet ihr selbst, welcher Arbeitsgruppe ihr euch anschliessen wollt. Wir hoffen auf einige erfahrene Forscher, die aus der eigenen Forschungspraxis berichten können. Welche AGs zustande kommen hängt damit letztlich von der Zahl der Teilnehmenden und eurem Interesse für einzelne Themen ab. Wir sind natürlich jederzeit bereit, neue Ideen für weitere Arbeitsgruppen aufzunehmen.
Am Ende der Session werden die Ergebnisse der einzelnen Gruppen aufgenommen und in geeigneten Repräsentationsformen dokumentiert. Zur Dokumentation bereiten wir unterschiedliche Formate vor (Concept Mapping, Flip Charts, Landkarten, usw.).
Wir würden uns freuen, wenn wir zusammen mit Dir diese Session gestalten könnten
am 06.01.2010 von Mandy Schiefner bearbeitet.






