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Informationsverarbeitung als Grundbedürfnis: für ein modernes Menschenbild.

Beitrag verlinken am 09.01.2010 geschrieben
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Die - nicht selten kulturpessimistisch geführte - Diskussion über die Wirkung des Internets zeigt es: es fehlt uns an einer konsensfähigen, modernen Menschenbeschreibung. Natürlich bieten Theologie, Philosophie oder auch die moderneren Sozialwissenschaften Menschenkonstrukte. Diese sind aber sehr komplex und daher nicht operationalisierbar. Wir brauchen Komplexitätsreduktion (oder eher noch KomplexitätsKOMPRESSION), um die Komplexität erfolgreich anzugehen.
Als Ausgangspunkt werden wir das von mir entwickelte Konstrukt heranziehen:
http://jeanpol.wordpress.com/theorie-menschenbild-in-3-folien-und-drei-filmchen/
Meine These: das Internet macht uns rasant intelligenter, weil es uns zwingt, Informationen sehr schnell und kontinuierlich zu verarbeiten.
Beitrag wurde am 09.01.2010 vom Verfasser bearbeitet
Beitrag verlinken am 09.01.2010 geschrieben
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Menschenkonstrukte klingt ja ein bisschen sehr mechanisch. Aber ich weiß, was Du meinst. Ich glaube nicht, dass es uns an konsensfähigen Modellen von der menschlichen Natur und der Umwelt fehlt. Jeder hat Modelle, mit denen er sich die Welt und sich selbst erklärt. Wir können gar nicht ohne solche Modelle der Weltanschauung (im wörtlichen Sinne) existieren. Diese Modelle "erfinden" sich die Individuen natürlich nicht from scratch selbst, sondern sie konstruieren sie sich aus den vorhandenen gesellschaftlichen Angeboten, wovon es viele unterschiedliche gibt, aber auch ganz klar öffentlich prämierte, die dann die Mainstream-Modelle sind und als solche immer wieder reproduziert werden. Ich denke nicht, dass die Konsensfähigkeit - oder Viabilität - eines Modells in erster Linie von der Operationalisierbarkeit oder von der Simplizität abhängt, sondern eben von dieser öffentlichen Prämierung eines oder einiger verwandter Modelle, die überall kulturell verbreitet werden - von der Schulsozialisation über die Massenmedien bis hin zum täglichen Smalltalk.
Ich finde es gut, dass Du darauf hinweist, dass sich jeder klar machen muss, dass er immer und auch ohne es bewusst zu tun, mit einem solchen Modell "arbeitet", bzw. sein Denken und auch seine gesamte Lebenspraxis an diesem Modelkonzept orientiert. Es ist wichtig, dieses eigene Modell überhaupt erst mal zu identifizieren und zu kennen. Dann kann man es natürlich hinterfragen und eventuell nach einem Neuen suchen, wenn man meint, dass es nicht mehr zu den eigenen Erfahrungen passt (kognitive Dissonanz) oder feststellen muss, dass es in sich zu widersprüchlich ist. Aber erst DANN, wenn eine solche Suchbewegung nach einem neuen Erklärungsmodell in Gang gekommen ist, ist man daran interessiert, sich neue Modelle erklären zu lassen Und auch dann braucht jeder eine Phase, in der er mit dem neuen Modellangebot streitend sich auseinandersetzt, bevor er dieses eventuell anstelle seines alten setzt. Wenn Dein Workshop eine solche kontroverse Auseinandersetzung mit deinem Welterklärungsmodell nicht nur zulässt, sondern nachgerade fordert und fördert, und nicht etwa nur als Belehrung daherkommt, dann fände ich ihn sehr spannend!
Beitrag verlinken am 09.01.2010 geschrieben
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@Lisa
Super, Lisa!
Ich möchte auf keinen Fall belehren sondern das Modell als Ausgangspunkt für Reflexionen anbieten. Am Liebsten würde ich in dem Workshop ganz schweigen und nur auf konkrete Verständnisfragen antworten. Würdest du das moderieren?
Beitrag verlinken am 09.01.2010 geschrieben
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Möchtest Du wirklich, dass ich das moderiere? - ich würde dann nämlich nicht als erstes Dich Dein Modell vorstellen lassen, sondern mit den Teilnehmern die eigenen bestehenden Modelle explorieren und sichtbar machen! Und dann kann man diese mit Deinem Modellangebot vergleichen. Da nimm Dir mal - je nach Anzahl der Teilnehmer mindestens 2 Stunden für und für die Vorstellung Deines Modells in der zweiten Halbzeit 10 Minuten und dann die restlichen 50 Minuten für Auseinandersetzung (nicht bloß Nachfragen.) Wenn Dir das so recht ist, moderier ich Dir das gerne.
Beitrag verlinken am 09.01.2010 geschrieben
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@Lisa
Ich sagte dir schon mal: ich liebe dich! Aber nicht wie meine Frau...:-))
Dein Modell ist exakt, was ich mir wünsche!
Beitrag verlinken am 09.01.2010 geschrieben
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ich kann leider nicht nach hamburg kommen, möchte aber dennoch meine begeisterung zum ausdruck bringen!

warum?

nun, ich hatte anfangs den eindruck, dass ihr beide (jeanpol und lisarosa) euch überhaupt nicht "grün" seid, und nun so was.

dadurch entsteht für mich (ich mag ja falsch liegen) durch eure konversationen im netz eine art "präzedenzfall" wie man sich trotz "kognitiver dissonanzen" nähern kann, und spannende (wortwörtlich) projekte realisiert.

ihr seid beispielhaft!
Beitrag verlinken am 09.01.2010 geschrieben
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Im Ernst: Wollen wir das zusammen machen? Ich fände das interessant. Bist Du ganz sicher, dass Du Dich (nicht als Person, sondern die Apologie Deines geliebten Modells) so weit zurücknehmen würdest?
Beitrag verlinken am 09.01.2010 geschrieben
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@Lisa
Bitte keinen rückzieher. Du leitest und ich werde mich an deine anweisungen halten. Die apologie, wenn überhaupt, wird nicht in der sitzung stattfinden. Höchstens vorher und nachher.
Beitrag verlinken am 09.01.2010 geschrieben
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@Michael
:-))) Bitte keine idealisierung!:-))
Beitrag wurde am 09.01.2010 vom Verfasser bearbeitet
Beitrag verlinken am 09.01.2010 geschrieben
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dadurch entsteht für mich (ich mag ja falsch liegen) durch eure konversationen im netz eine art "präzedenzfall" wie man sich trotz "kognitiver dissonanzen" nähern kann, und spannende (wortwörtlich) projekte realisiert.

ihr seid beispielhaft!



Oh, das macht mich ja verlegen. Vielen Dank! Ich finde Übereinstimmungen schön und erfreulich, aber auf die Dauer langweilig. An JPM gefällt mir - und sicher ist es sein Verdienst, wenn wir vielleicht doch noch (spannend) "miteinander können" - dass er so frisch und offen und unerschrocken neugierig ist.
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