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Erfahrungsaustausch mit Praktikern - Überlegungen für die Schule

Beitrag verlinken am 01.02.2010 geschrieben
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Heute habe ich den Artikel von Prof. Schulmeister gelesen und der Inhalt hat mich stark beeindruckt. Er spricht mir aus der Seele.
Ich stelle fest, dass sich viele Diskussionen mit (für mich zu) theoretischen Themen befassen. Und ich stelle fest, dass alle unglaublich erfolgreich sind, die neuen Medien in der Schule zu integrieren. Trotz vieler Mühen bin ich es nicht.
Und ich würde mich nun in Hamburg gerne mit Menschen unterhalten, die wie ich an einer ganz normalen Schule mit ganz normalen SchülerInnen arbeiten und die "Neuen Medien" in den Unterricht integrieren wollen. Welche Erfahrungen macht Ihr?




Beitrag verlinken am 02.02.2010 geschrieben
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Stefan Fuchs:

Heute habe ich den Artikel von Prof. Schulmeister gelesen und der Inhalt hat mich stark beeindruckt. Er spricht mir aus der Seele.
Ich stelle fest, dass sich viele Diskussionen mit (für mich zu) theoretischen Themen befassen. Und ich stelle fest, dass alle unglaublich erfolgreich sind, die neuen Medien in der Schule zu integrieren. Trotz vieler Mühen bin ich es nicht.
Und ich würde mich nun in Hamburg gerne mit Menschen unterhalten, die wie ich an einer ganz normalen Schule mit ganz normalen SchülerInnen arbeiten und die "Neuen Medien" in den Unterricht integrieren wollen. Welche Erfahrungen macht Ihr?



Leider bin ich nicht in Hamburg.
Mir geht es seit geraumer Zeit so, dass ich diese euphorischen Filme und Blogs über Lernen 2.0 immer weniger verstehe und akzeptiere.

Ich unterrichte in Notebookklassen, lasse im Netz recherchieren, erstelle Leitprogramme, setze Moodle ein, mache Pod- und Videocasts und bin begeistert von den vielen Möglichkeiten.
Gleichzeitig merke ich wie schwierig es ist, die neuen Medien erfolgreich im Unterricht einzusetzen. Aufmerksamkeit und Konzentration sind schwierig herzustellen, die Möglichkeiten der Ablenkung sind zu groß. Mir kommt es manchmal vor wie kollektives ADS.

Aus meiner Erfahrung lassen sich die theoretischen Forderungen nur sehr schwierig in der Praxis umsetzen. Eigentlich schade.
Beitrag verlinken am 02.02.2010 geschrieben
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Herbert Just:


Mir geht es seit geraumer Zeit so, dass ich diese euphorischen Filme und Blogs über Lernen 2.0 immer weniger verstehe und akzeptiere.

Ich unterrichte in Notebookklassen, lasse im Netz recherchieren, erstelle Leitprogramme, setze Moodle ein, mache Pod- und Videocasts und bin begeistert von den vielen Möglichkeiten.
Gleichzeitig merke ich wie schwierig es ist, die neuen Medien erfolgreich im Unterricht einzusetzen. Aufmerksamkeit und Konzentration sind schwierig herzustellen, die Möglichkeiten der Ablenkung sind zu groß. Mir kommt es manchmal vor wie kollektives ADS.



Schade, dass du nicht da bist. Ich überlege gerade inhaltlich eine Session, die genau diesen Aspekt aufgreift. Keine Ahnung, ob ich das noch im Kopf geordnet bekomme. Eins ist mal klar: Für die Situation in der Schule und Hochschule wird es keine technische Lösung geben. Das Web und die Tools sind super als Medien, zum Transport.... aber Lösungen NUR vom Einsatz der selbigen zu erwarten finde ich etwas naiv.
Beitrag wurde am 02.02.2010 vom Verfasser bearbeitet
Beitrag verlinken am 03.02.2010 geschrieben
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Herbert Just:


Für die Situation in der Schule und Hochschule wird es keine technische Lösung geben. Das Web und die Tools sind super als Medien, zum Transport.... aber Lösungen NUR vom Einsatz der selbigen zu erwarten finde ich etwas naiv.



Das ist genau auch meine Wahrnehmung im Diskurs im Hochschulkontext, dass von den ganzen Tools Dinge erwartet werden, die sie niemals erfüllen können. Ich fände es auch spannend darüber zu diskutieren, welche pädagogischen Szenarien für das Lernen erfolgsversprechend erscheinen und welche Rolle in solchen Szenarien sinnvollerweise einzelne Tools spielen könnten. Eine Variante, die ich mich bemühe näher zu untersuchen, ist das produktorientierte Lernen als quasi "Kleine Projektmethode" und wie wir mit dieser die verschiedenen Web-Tools nutzbar machen können (Artikel von mir dazu: http://www.slideshare.net/wneuhaus/learners-garden). Möglicherweise lässt sich dieses Thema auch in unserer Seesion zum Learners´Garden Projekt anreissen, falls hier keine eigene Session zustande kommt.
Beitrag verlinken am 03.02.2010 geschrieben
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Auf die Inhalte kommt es an. Immer. Im Leben und in der Schule. Ohne Projektziele brauche ich Leute gar nicht zu kontaktieren. Aber wenn ich klare Projektziele habe, dann muss ich mit den Leuten intensiv kommunizieren und da sind die neuen Tools traumhaft. Zum Beispiel haben wir gerade einen virtuellen Arbeitskreis in dem wir gemeinsam (per Wiki) Wissen über die Geschichte der Philosophie aufbauen. Anstrengend, aber erfolgreich (bis jetzt). Das kann man auch in Schulen und Universitäten einsetzen: gemeinsam Wissen mithilfe der neuen Tools konstruieren:
http://de.wikiversity.org/wiki/Benutzer:Jeanpol/philosophie
Beitrag verlinken am 03.02.2010 geschrieben
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Jean-Pol Martin:

Auf die Inhalte kommt es an. Immer. Im Leben und in der Schule. Ohne Projektziele brauche ich Leute gar nicht zu kontaktieren. Aber wenn ich klare Projektziele habe, dann muss ich mit den Leuten intensiv kommunizieren und da sind die neuen Tools traumhaft.


Ja, die Tools sind traumhaft. Aber die Tools alleine bringen rein gar nichts (im Sinne einer veränderten Bildungskultur). Das erkennen z.B. die Firmen, die mal eben auf SocialMedia machen, aber nichts von dem (Vor-)Leben, was das 2.0 ausmacht (Kommunikationskultur, Unternehmenskultur...), da macht dann keiner mit und/oder surft lieber anderswo... Das nenne ich eine Hype mitmachen. "Gehört heute eben dazu, wir machen mit neuen Medien..." (Vor allem das Neu finde ich witzig =)

Das ist in Schule und Hochschule (...) nicht anders. Von daher fängt es früher an:
Was schaffe ich für einen Raum (Setting), bevor ich die Tools einsetze?
Bin ich selber bereit mich der Transparenz und Feedback-Kultur, den Werten des 2.0 zu stellen?
Diese und noch einige mehr Fragen müssen meiner Meinung nach im Vorfeld von denjenigen geklärt sein, die das Ganze einführen wollen. Ansonsten ist es für mich "nur" ein Einführen eines zeitgemässen Arbeits- und Lernmittels.

Diese und noch mehr Fragen und Antworten bringe ich mit nach Hamburg. Vielleicht auch eine Session dazu...
Beitrag wurde am 03.02.2010 vom Verfasser bearbeitet
Beitrag verlinken am 03.02.2010 geschrieben
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Genau.
Beitrag verlinken am 03.02.2010 geschrieben
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Alexander Rausch:


Bin ich selber bereit mich der Transparenz und Feedback-Kultur, den Werten des 2.0 zu stellen?



Wichtig zu beachten ist meiner Ansicht nach, dass sich Web 2.0 nicht verordnen lässt. Wir können Angebote machen, solche Tools zu nutzen. Als Lehrende sollten wir aber vor allem die Studierenden/Schüler respektieren und ihnen die Entscheidung darüber überlassen, auf welche Weise sie Inhalte erarbeiten, präsentieren und diskutieren und vor allem, was davon sie in einem öffentlichen Raum sichtbar werden lassen wollen und was nicht.
Beitrag verlinken am 03.02.2010 geschrieben
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Wolfgang Neuhaus:

Alexander Rausch:


Bin ich selber bereit mich der Transparenz und Feedback-Kultur, den Werten des 2.0 zu stellen?



Wichtig zu beachten ist meiner Ansicht nach, dass sich Web 2.0 nicht verordnen lässt. Wir können Angebote machen, solche Tools zu nutzen. Als Lehrende sollten wir aber vor allem die Studierenden/Schüler respektieren und ihnen die Entscheidung darüber überlassen, auf welche Weise sie Inhalte erarbeiten, präsentieren und diskutieren und vor allem, was davon sie in einem öffentlichen Raum sichtbar werden lassen wollen und was nicht.


Sehe ich genauso. Günstig ist es allerdings, wenn man eine Projektumwelt schafft, die die Benutzung der neuen Tools nahelegt. Ich sehe mich nicht als Tool-Spezialisten sondern als Spezialist für gemeinsame Wissenskonstruktion. Und da wäre es schade, wenn wir die neuen Tools nicht benutzen würden. Die Wikipedianern sind aus meiner Sicht keine Technikfreaks, sondern eher Inhaltsfreaks.
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