Sandra Hofhues:
Gefällt mir sehr gut, Deine Einteilung, da es ja lt. Öffentlichkeitssoziologie drei Funkionen von Öffentlichkeit gibt:
- Transparenzfunktion
- Validierungsfunktion
- Orientierungsfunktion
Mit Öffentlichkeitssoziologie kenne ich mich überhaupt nicht aus, aber schön, dass es passt 
Sandra Hofhues:
Ich denke, die drei Funktionen lassen sich sehr gut auf unterschiedliche Zielgruppen übertragen: auf Lernende, Lehrende, Außenstehende etc. Und natürlich hat Öffentlichkeit auch immer etwas mit Demokratisierung zu tun - wobei ich nicht weiß, ob dieses Thema uns inhaltlich zu weit weg von Seminaren/Lehrveranstaltungen führen würde.
Hat Öffentlichkeit immer etwas mit Demokratisierung zu tun? Man kann doch etwas öffentlich tun, ohne dabei auf seine uneingeschränkte Herrschaft zu verzichten - zum Beispiel, wenn man Vorlesungen ins Netz streamt, die zwar jeder einsehen, aber bei denen man nichts beeinflussen kann und der Vortragende weiter alle Fäden in der Hand hält. Eine Demokratisierung könnte man aber auch darin sehen, dass sich der "Herrscher" zumindest angreifbar macht durch seine Öffnung und so der Öffentlichkeit Überprüfungsmöglichkeiten (Kontrollmöglichkeiten passt nicht ganz, denke ich) für sein Wirken in die Hand gibt.
Gerade wenn man transdisziplinäres Lernen oder die "scientific literacy" fördern möchte, passt Öffentlichkeit übrigens sehr gut zu Lehrveranstaltungen, denke ich. Wenn man das nicht im Sinn hat, kann sie aber vielleicht auch hinderlich sein, sollte tatsächlich zu viel Beteiligung von außen einströmen und damit die vorhandenen Ressourcen überlasten - das wären aber sicher Extremfälle.