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Plagiarismus 2.0

Beitrag verlinken am 27.02.2008 geschrieben
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"Melanie Joos":

Aus einzelnen Bausteine unterschiedliche Texte einen neuen Text schreiben nennt sich nicht Copy&Paste, sondern schlicht und einfach wissenschaftliches Arbeiten.
Copy&Paste, wie es im Hochschulalltag leider wirklich vorkommt, ist einen Text zu nehmen und ihn unverändert abzugeben. Sozusagen ein nicht kenntlich gemachtes Zitat. Und das ist ein Plagiat.

Ich glaube aber nicht, dass das durch Google zugenommen hat. Durch Google fällt das nur eher auf. Dozent sieht einen Satz, tippt ihn bei Google ein, findet die Quelle. Batsch. Plagiat. 5. Fertig.
Wenn jemand aber ein Buch abschreibt oder eine Diplomarbeit, die schon lange im Schrank steht, dann fällt das eben nicht so leicht auf, wenn es nicht digitalisiert wurde.

Wobei Copy&Paste natürlich leichter fällt, als mehrere Sätze aus einem Buch abzutippen. Vielleicht ist es daher verführerischer.

OK.
Beitrag verlinken am 28.02.2008 geschrieben
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Hallo zusammen,

"Jean-Pol Martin":

Die Leute sollen kopieren was das Zeug hält und niemanden zitieren.


Einspruch. Im Gegenteil: Es ist wichtig, dass klar ist, wo welche Information herkommt. Also muss immer belegt, zitiert und referenziert werden.

Dies sollte sich - gerade jetzt! - im Web2 nicht ändern. Bei der Fülle an Informationen, die täglich von jedermann ins Netz gestellt werden, ist es besonders wichtig offen zu legen, woher man seine Infos hat und weshalb man zu einer Aussage kommt. Ich habe auch nicht die Erfahrung gemacht, dass die Web2-Praktiken anders sind. Ordentliche Weblogger beispielsweise kennzeichnen, woher sie Informationen haben ("Gerade bin ich im XYZ-Weblog auf Folgendes gestoßen....", "gefunden bei XYZ-Weblog", "via XYZ-Weblog" usw.). Und ist diese Art der Vernetzung nicht gerade Sinn des Web2? Wenn ich jemanden zitiere, dann bekommt dieser einen Ping von mir, und ich werde über den Trackback-Mechanismus referenziert. Web2-Netze entstehen gerade durch Referenzierung (zumindest im Weblog-Bereich). Und sind Referenzen nicht insbesondere wichtig, um Netzsensibilität zu schaffen?

Das hat auch nicht in erster Linie etwas mit Wissenschaftlichkeit oder Karrieregedanken zu tun, sondern mit "information literacy".

"Jean-Pol Martin":

Es kommt auf die Qualität des Endtextes.


Stimmt. Und ein wichtiger Qualitätsaspekt ist das Belegverhalten des Autors.

"Jean-Pol Martin":

Woher die Versatzstücke kommen ist nicht mehr wichtig, die Zeit dazu haben wir nicht mehr, Leute zu zitieren, wenn sie irgendwo drei Sätze geschrieben haben. Das meine ich.


Die Zeit müssen wir uns nehmen. :-)

Viele Grüße,

Christian
Beitrag verlinken am 28.02.2008 geschrieben
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Christian Spannagel:

Hallo zusammen,

Jean-Pol Martin:

Die Leute sollen kopieren was das Zeug hält und niemanden zitieren.

Einspruch. Im Gegenteil: Es ist wichtig, dass klar ist, wo welche Information herkommt. Also muss immer belegt, zitiert und referenziert werden.

Dies sollte sich - gerade jetzt! - im Web2 nicht ändern. Bei der Fülle an Informationen, die täglich von jedermann ins Netz gestellt werden, ist es besonders wichtig offen zu legen, woher man seine Infos hat und weshalb man zu einer Aussage kommt. Ich habe auch nicht die Erfahrung gemacht, dass die Web2-Praktiken anders sind. Ordentliche Weblogger beispielsweise kennzeichnen, woher sie Informationen haben ("Gerade bin ich im XYZ-Weblog auf Folgendes gestoßen....", "gefunden bei XYZ-Weblog", "via XYZ-Weblog" usw.). Und ist diese Art der Vernetzung nicht gerade Sinn des Web2? Wenn ich jemanden zitiere, dann bekommt dieser einen Ping von mir, und ich werde über den Trackback-Mechanismus referenziert. Web2-Netze entstehen gerade durch Referenzierung (zumindest im Weblog-Bereich). Und sind Referenzen nicht insbesondere wichtig, um Netzsensibilität zu schaffen?

Das hat auch nicht in erster Linie etwas mit Wissenschaftlichkeit oder Karrieregedanken zu tun, sondern mit "information literacy".

Jean-Pol Martin:

Es kommt auf die Qualität des Endtextes.


Stimmt. Und ein wichtiger Qualitätsaspekt ist das Belegverhalten des Autors.

Jean-Pol Martin:

Woher die Versatzstücke kommen ist nicht mehr wichtig, die Zeit dazu haben wir nicht mehr, Leute zu zitieren, wenn sie irgendwo drei Sätze geschrieben haben. Das meine ich.


Die Zeit müssen wir uns nehmen. :-)

Viele Grüße,

Christian


Danke für die Klärung der Positionen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht!,-)))
Beitrag verlinken am 28.02.2008 geschrieben
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Stimmt: Es wird sicher sehr spannende Diskussionen geben! ;-))
Beitrag verlinken am 28.02.2008 geschrieben
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"Christian Spannagel":

Stimmt: Es wird sicher sehr spannende Diskussionen geben! ;-))

Ja. Für mich steht Geschwindigkeit und Vernetzung an erster Stelle (Gehirnmetapher). Und welches Neuron zitiert andere Neurone und will von ihnen zitiert werden? Das würde zu lange dauern, oder?
Beitrag verlinken am 28.02.2008 geschrieben
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"Jean-Pol Martin":

Und welches Neuron zitiert andere Neurone und will von ihnen zitiert werden? Das würde zu lange dauern, oder?


Metaphern haben Grenzen. Evtl. ist das eine Grenze für diese Metapher?
Beitrag verlinken am 28.02.2008 geschrieben
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"Christian Spannagel":

"Jean-Pol Martin":

Und welches Neuron zitiert andere Neurone und will von ihnen zitiert werden? Das würde zu lange dauern, oder?


Metaphern haben Grenzen. Evtl. ist das eine Grenze für diese Metapher?



Ich sehe diese Grenze - zumindest an dieser Stelle - nicht. Aber ich will dich auf keinen Fall nerven und ziehe mich hier etwas zurück.
Beitrag verlinken am 28.02.2008 geschrieben
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Ich hoffe, ich wirke nicht genervt? Ich bin's nämlich nicht. Im Gegenteil: Die Diskussion hier macht Spaß!

Also: bitte nicht zurückziehen! :-)

Viele Grüße,

Christian
Beitrag verlinken am 29.02.2008 geschrieben
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Christian Spannagel:

Ich hoffe, ich wirke nicht genervt? Ich bin's nämlich nicht. Im Gegenteil: Die Diskussion hier macht Spaß!

Also: bitte nicht zurückziehen! :-)

Viele Grüße,

Christian


Gut, zu wissen!;-))) Ich fühle mich also ganz frei!!
Beitrag verlinken am 29.02.2008 geschrieben
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@ Jean Pol "über die Schultern schauen"
Ich glaube das Meister / Lehrling Prinzip ist das beste Lernmodell dass es gibt. Im Großen und Ganzen schaut der Meister mit dem Lehrling nach vorn und weist ihm den Weg. Aber von Zeit zu Zeit schaut er ihm auch über die Schulter und ist sein Korrektiv.
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