"Melanie Joos":
Aus einzelnen Bausteine unterschiedliche Texte einen neuen Text schreiben nennt sich nicht Copy&Paste, sondern schlicht und einfach wissenschaftliches Arbeiten.
Copy&Paste, wie es im Hochschulalltag leider wirklich vorkommt, ist einen Text zu nehmen und ihn unverändert abzugeben. Sozusagen ein nicht kenntlich gemachtes Zitat. Und das ist ein Plagiat.
Ich glaube aber nicht, dass das durch Google zugenommen hat. Durch Google fällt das nur eher auf. Dozent sieht einen Satz, tippt ihn bei Google ein, findet die Quelle. Batsch. Plagiat. 5. Fertig.
Wenn jemand aber ein Buch abschreibt oder eine Diplomarbeit, die schon lange im Schrank steht, dann fällt das eben nicht so leicht auf, wenn es nicht digitalisiert wurde.
Wobei Copy&Paste natürlich leichter fällt, als mehrere Sätze aus einem Buch abzutippen. Vielleicht ist es daher verführerischer.
Genau. Wenn wir wieder einen neuen Begriff dafür finden, dann heißt das nicht, dass "copy&paste" nicht existiert, sondern nur so ausgedrückt wird, das es verschleiert ist... Geht es denn nicht darum Wissen gemeinsam zu Nutzen, neues entstehen zu lassen? Zu Recht verweist Jean-Pol auf die Wissenschaftler, die sich gerne und immer wieder zitiert sehen wollen. Warum wollen diese ihr Wissen nicht der Allgemeinhait zur Verfügung stellen? Erinnert es uns nicht an die Zeiten, wo es nur wenigen Menschen möglich war zu lesen (Latein, finanzielle Mittel etc.) Worum geht es uns mit der Idee des Web 2.0? Philosophisch gefragt: wurde nicht jeder Gedanke schon einmal gedacht? Bin ich deswegen ein Plagiat? Vielleicht besteht unsere Leistung heute auch darin, Plagiate zu erkennen und zwar nicht durch Eingabe bei Google, sondern innerhalb der Kommunikation. Wenn ich merke, jemand hat nichts zu sagen, bzw. redet nur schon Gesagtes nach... dann entscheide ich doch, wie ich in der Kommunikation weitermache ;-)
Ich freue mich über Menschen in unserer Gesellschaft, die ihr Wissen zur Verfügung stellen (bedingongslos), um neue Ideen entstehen zu lassen! Open Source-Open Mind ;-)