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Plagiarismus 2.0

Beitrag verlinken am 06.03.2008 geschrieben
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"Tamim Swaid":

Ja das sehe ich auch so. Der kollekive Anteil nimmt zu. Aber derjenige der auch früher schon mit und von anderen gelernt hat, war später immer der Klügere. Austausch von Wissen nutzt dem Geber und dem Nehmer.

Ja, so ist es. Gedanken von anderen, vor allem ihre Einwände zwingen einem zum Nachdenken, also zu lernen.
Beitrag verlinken am 13.03.2008 geschrieben
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"Melanie Joos":

Aus einzelnen Bausteine unterschiedliche Texte einen neuen Text schreiben nennt sich nicht Copy&Paste, sondern schlicht und einfach wissenschaftliches Arbeiten.
Copy&Paste, wie es im Hochschulalltag leider wirklich vorkommt, ist einen Text zu nehmen und ihn unverändert abzugeben. Sozusagen ein nicht kenntlich gemachtes Zitat. Und das ist ein Plagiat.

Ich glaube aber nicht, dass das durch Google zugenommen hat. Durch Google fällt das nur eher auf. Dozent sieht einen Satz, tippt ihn bei Google ein, findet die Quelle. Batsch. Plagiat. 5. Fertig.
Wenn jemand aber ein Buch abschreibt oder eine Diplomarbeit, die schon lange im Schrank steht, dann fällt das eben nicht so leicht auf, wenn es nicht digitalisiert wurde.

Wobei Copy&Paste natürlich leichter fällt, als mehrere Sätze aus einem Buch abzutippen. Vielleicht ist es daher verführerischer.

Genau. Wenn wir wieder einen neuen Begriff dafür finden, dann heißt das nicht, dass "copy&paste" nicht existiert, sondern nur so ausgedrückt wird, das es verschleiert ist... Geht es denn nicht darum Wissen gemeinsam zu Nutzen, neues entstehen zu lassen? Zu Recht verweist Jean-Pol auf die Wissenschaftler, die sich gerne und immer wieder zitiert sehen wollen. Warum wollen diese ihr Wissen nicht der Allgemeinhait zur Verfügung stellen? Erinnert es uns nicht an die Zeiten, wo es nur wenigen Menschen möglich war zu lesen (Latein, finanzielle Mittel etc.) Worum geht es uns mit der Idee des Web 2.0? Philosophisch gefragt: wurde nicht jeder Gedanke schon einmal gedacht? Bin ich deswegen ein Plagiat? Vielleicht besteht unsere Leistung heute auch darin, Plagiate zu erkennen und zwar nicht durch Eingabe bei Google, sondern innerhalb der Kommunikation. Wenn ich merke, jemand hat nichts zu sagen, bzw. redet nur schon Gesagtes nach... dann entscheide ich doch, wie ich in der Kommunikation weitermache ;-)
Ich freue mich über Menschen in unserer Gesellschaft, die ihr Wissen zur Verfügung stellen (bedingongslos), um neue Ideen entstehen zu lassen! Open Source-Open Mind ;-)
Beitrag verlinken am 13.03.2008 geschrieben
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In der Wikipedia habe ich einen längeren Artikel geschrieben, der das alles thematisiert. Allerdings musste ich den Artikel verteidigen, weil die Wikipedia keine Theoriebildung zulässt. Aber am Ende blieb er doch. Hier ist er:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikipedistik/Theoriebildung
Allmählich wird die Zusammenarbeit hier sehr, sehr fruchtbar!
Beitrag verlinken am 13.03.2008 geschrieben
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"Alexander Rausch":

>Zu Recht verweist Jean-Pol auf die Wissenschaftler, die sich gerne und immer wieder zitiert sehen wollen. Warum wollen diese ihr Wissen nicht der Allgemeinhait zur Verfügung stellen?


Das tun Wissenschaftler doch, beispielsweise indem sie Artikel schreiben. Die Frage ist nicht, ob sie ihr Wissen anderen zur Verfügung stellen, sondern wie man mit Texten anderer beim (wissenschaftlichen) Arbeiten umgehen sollte. Und dazu gehört es, Quellen zu zitieren bzw. seine Aussagen mit den Quellen zu belegen, aus denen man Informationen gezogen hat.

Ich frage mich des öfteren, was so schlimm am Zitieren sein soll. Damit zeigt man doch nur, dass man nicht einfach eine Aussage in den Raum stellt, sondern dass man die Aussage auf der Basis von anderen Aussagen getroffen hat. Darüber hinaus ermöglicht man anderen, eben diese Quellen heranzuziehen und die Aussage zu überprüfen bzw. bei Interesse sein Wissen im entsprechenden Gebiet anhand der anderen Quellen zu vertiefen. Copy & Paste bedeutet hingegen, dass ich Erkenntnisse anderer Personen als meine eigenen darstelle und darüber hinaus es auch noch mit Worten anderer ausdrücke. Für ein solches Verhalten habe ich kein Verständnis, auch in "außerwissenschaftlichen" Kontexten nicht. Und das Web 2.0 stellt diesbezüglich auch keine Ausnahme dar. Weshalb sollte ich nicht die Weblog-Beiträge, Wiki-Artikel und was weiß ich in meinen eigenen Weblog-Beiträgen verlinken? Gerade das macht das "Web" doch aus.
Beitrag verlinken am 13.03.2008 geschrieben
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Nein, das Zitieren ist definitiv nicht schlimm. Das Nicht-Zitieren auch nicht.
Beitrag verlinken am 13.03.2008 geschrieben
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Zitieren bedeutet: Da du mich nicht kennst muss ich belegen dass meine Aussage nicht ersponnen ist.
Nicht Zitieren bedeutet:
Für denjenigen der mich kennt: Ich brauche nicht zu zitieren, du kennst mich
Für denjenigen der mich nicht kennt: Hey, ich bin berühmt, ich brauche nicht zu zitieren. Frag doch den der mich kennt.
Beitrag verlinken am 13.03.2008 geschrieben
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Tamim Swaid:

Zitieren bedeutet: Da du mich nicht kennst muss ich belegen dass meine Aussage nicht ersponnen ist.
Nicht Zitieren bedeutet:
Für denjenigen der mich kennt: Ich brauche nicht zu zitieren, du kennst mich
Für denjenigen der mich nicht kennt: Hey, ich bin berühmt, ich brauche nicht zu zitieren. Frag doch den der mich kennt.

Wow ;-))
Beitrag verlinken am 13.03.2008 geschrieben
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@Tamim
Ja, das ist eine lustige Interpretation. Aber ich sehe das ein bisschen anders: überall liegen kleine oder gößere Texte herum. Das sind Wissensbausteine. Und ich baue mit diesen Steinen ein Haus (Makrotext). Um zu beurteilen, ob dieses Haus gut oder schlecht ist, muss ich wissen, wer die einzelnen Bausteine erstellt hat? Es zählt doch das fertige Produkt, oder?
Beitrag verlinken am 13.03.2008 geschrieben
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Ja, das stimmt. Aber du weißt doch besser als ich dass es viele Blender unterwegs sind. Die Front mag aus Stein sein aber das Fundament aus Stroh.
Beitrag verlinken am 13.03.2008 geschrieben
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Die Diskussion um das Zitieren ist lustig aber führt nicht wirklich zu etwas.
Unterm Strich denke ich dass zitieren das Gebäude stabiler macht. Sollte jemand aber nicht zitiert haben kann das Gebäude dennoch stabil genug (je nach Qualität des Produktes sogar stabiler) sein.
Man kann auch mit Zitaten ein Trugbild aufbauen.
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