Hallo zusammen,
infolge eines Blogbeitrags über die Sichtbarkeit von Lehre am Beispiel Lehrpreise hat sich eine interessante Diskussion zwischen Mandy, Frank und mir entfacht, welchen Stellenwert Lehre generell in der universitären Landschaft innehat. Hängengeblieben sind wir bei der Analogie des Liebhabermarkts, wonach Lehre etwas für wenige interessierte Anbieter (engagierte Lehrende) und ebenso wenige interessierte Nachfrager (engagierte Studierende, andere Wissenschaftler) sein könnte. Gute Lehre wäre demnach ein universitäres Gut, das von Wenigen für Wenige produziert und konsumiert wird, von dem der Rest der Universität aber nichts hören will (bestenfalls in alltagsfernen Leitbildern oder Festreden). Wenn die Analogie des Liebhabermarktes greifen könnte/würde, dann wäre ein Großteil der Bemühungen der Hochschuldidaktik obsolet; mehr noch, man müsste geradezu ein Umdenken in der wissenschaftlichen Sozialisation einfordern, sodass der Stellenwert von Lehre frühzeitig auch beim sog. Nachwuchs erhöht wird.
Wir vertreten folgende, noch zu vertiefende Thesen:
- Der Stellenwert, den man Lehre zuschreibt, ist in hohem Maße abhängig von der Sozialisation durch die Fachwissenschaft und wissenschaftliche Mentoren.
- Die Sichtbarkeit von Lehre allein führt nicht dazu, dass man dieser im Verlauf der wissenschaftlichen Karriere mehr Bedeutung einräumt.
- Lehre ist (und bleibt?) etwas für „Liebhaber“.
Wir fragen uns daher:
- Was sind Möglichkeiten, um den Stellenwert von Lehre zu erhöhen?
- Inwieweit kann die Sichtbarkeit von Lehre dazu beitragen, um Dozierende zu guter Lehre zu bewegen?
- Was taugt die Analogie von Lehre als „Liebhabermarkt“?
Wir drei wollen das Thema auf jeden Fall im Rahmen der Pre-Conference der GMW’10 vertiefen und freuen uns über jeden, der gemeinsam mit uns denkt (vielleicht ist ja auch ein Bildungs-/Kulturökonom unter Euch?).
Viele Grüße,
Mandy, Frank und Sandra



