"Tamim Swaid":
Hmm. Motivation und Begeisterung. Das ist so ne Sache. Übertragen tut die sich am natürlichsten, wenn der Lehrende sein Fach/Projekt selbst mit Begeisterung betreibt.
Hmm. Motivation und Begeisterung. Das ist so ne Sache. Übertragen tut die sich am natürlichsten, wenn der Lehrende sein Fach/Projekt selbst mit Begeisterung betreibt.
Stimmt. Das wäre doch schon mal ein guter Punkt: Der Lehrende muss selbst mit großer Begeisterung Blogger sein!
"Tamim Swaid":
Ist es denn nicht generell so das Schüler und Studenten für Noten und Prüfungen lernen und die Hausarbeiten nicht für sich sondern für den Prüfenden schreiben.
Ist es denn nicht generell so das Schüler und Studenten für Noten und Prüfungen lernen und die Hausarbeiten nicht für sich sondern für den Prüfenden schreiben.
Ja. Aber ist das gut?
Lernen muss immer stärker als lebenslanger Prozess begriffen werden. Daher ist es unsere Pflicht als Lehrpersonen, Schüler und Studierende auf diesen Prozess vorzubereiten. Wir müssen immer wieder verdeutlichen, dass Lernen einen Wert an sich hat und nicht ausschließlich zur Erreichung externer Ziele (Noten) dient. Insbesondere universitäres Lernen sollte wieder stärker als selbstbestimmtes Lernen aufgefasst werden. Aber auch in Diskussionen um schulisches Lernen wird immer wieder "aktives, selbstgesteuertes Lernen" gefordert. Wie aber sollen Schüler und Studenten selbstbestimmt lernen, wenn es auf alles Noten gibt? Man lässt ja überhaupt keinen Freiraum für Lernprozesse, die auf Interesse beruhen können. Unsere Aufgabe als Lehrpersonen ist es, immer wieder Lernsituationen zu schaffen, in denen selbstbestimmt motiviertes Lernen gefördert wird, um die Lernenden "fit für die Zukunft" zu machen.
"Tamim Swaid":
Dennoch muss er Aufgaben zur Pflicht machen und mit Maßnahmen bei minderer Qualität verknüpfen.
Dennoch muss er Aufgaben zur Pflicht machen und mit Maßnahmen bei minderer Qualität verknüpfen.
Ja, sicher - aber das müssen ja nicht unbedingt Weblog-Aufgaben sein. Kann man die Lernenden für das grandiose Werkzeug "Weblog" begeistern, wenn man deren Artikel bewertet? Ist nicht gerade das Bloggen ein höchst selbstbestimmter Prozess?
Ich habe das vor einiger Zeit mit der Bepunktung mal ausprobiert. Pro Woche gabs für einen Artikel und einen Kommentar jeweils einen Punkt. Wie sahen die Kommentare aus? Höchst knapp. Es wurde irgendwas geschrieben ("Ich bin auch deiner Meinung, dass ... "), nur um den Punkt zu bekommen. Um echte Kommunikation (also dem, was man ja eigentlich bewirken möchte) hat es sich dabei nicht gehandelt.
Wenn man Studierenden den Nutzen von Weblogs wirklich klar machen möchte, dann sollte man meiner Ansicht nach auf eine derartige Bewertung verzichten. Das führt nur dazu, dass die Studierenden zwar immer fleißig ihre (Pseudo)artikel abliefern, nach Abschluss des Seminars das Weblog aber nicht mehr anrühren, weil es negativ besetzt ist (Zwang).





