Hallo zusammen,
wow!! Wie umfangreich hier mittlerweile diskutiert wird! Bin schwer begeistert und würde mich echt sehr gerne noch viel intensiver hier im Forum einbringen - vor allem auch zum Thema E-Portfolios - wenn ich momentan nur nicht so zeitintensiv in die EduCamp-Organisation eingebunden wäre. Aber auf dem EduCamp wird es ja sicherlich auch noch genügend Gelegenheit geben :-)
Nun aber noch was Inhaltliches:
Wir setzen seit dem Wintersemester im Seminar Elektronische Dokumente persönliche E-Portfolio-Blogs bei den Studienanfängern zur Begleitung ihrer Web- und Printprojekte ein. Das aber nur als Impuls, denn die Blogs sollen über das gesamte Studium auch für andere Seminare weitergeführt werden.
Bei der Einführung haben wir darauf geachtet, vor allem auf die Mehrwerte hinzuweisen (Projektmanagement, Gruppenkoordination, Vernetzung, langfristige Bewerbungsreferenz usw.) und gezielte Reflexionsübungen durchzuführen, um die Studierenden erst einmal an diese "neue" Art der Kommunikation über ihre eigenen Leistungen zu gewöhnen.
Aber ich denke, dass diese Mehrwerte sicherlich nicht von heute auf morgen erkannt werden können. D.h. die Studierenden müssen erst einmal eine Weile lang selbst bloggen, um anhand ihrer eigenen Erfahrungen die Mehrwerte zu erkennen, indem sie der Umgang mit den Blogs bei ihrer Arbeit unterstützt und sie auch Feedback von den Tutoren, Kommilitonen oder anderen Interessierten erhalten.
Und dazu ist meines Erachtens eine bestimmte Bewertung notwendig, um einen gewissen Anschubs bzw. Anreiz zu schaffen, der bei den Studierenden auch erst einmal ein Bewusstsein für Relevanz und Reflexion ausbildet: "Ach ja, darüber könnte ich ja gleich mal in meinem Blog etwas schreiben."
Wir bitten die Studierenden, mindestens einmal alle zwei Wochen über ihren aktuellen Projektstand und ihre Tätigkeit zu berichten und führen vierwöchige Bewertungen ihrer E-Portfolio-Blogs anhand des folgenden Schemas durch, das weniger auf Kommentare an sich achtet, sondern u.a. auf Pingbacks untereinander für eine gezielte inhaltliche Vernetzung Wert legt:
http://tutorblog.elearning2null.de/wp-content/uploads/2008/01/bewertungsschema-e-portfolio-weblog.pdf
Den ersten Bewertungsstand kann man sich hier im Tutorblog anschauen:
http://tutorblog.elearning2null.de/index.php/2008/03/08/erste-e-portfolio-bewertung-und-geaenderte-phasen/
Mittlerweile ist die Aktivität abgesehen vom Prüfungszeitraum sehr hoch und geht teilweise erheblich über das geforderte Mindestmaß hinaus. Wie an zwei Beispielen erkennbar ist, werden auch zunehmend Mehrwerte erkannt. Hier u.a. ein Zitat:
"Bloggen kannte ich schon länger, hab selbst ne Zeit lang mal einen eigenen geführt. Dann hieß es irgendwann in der Uni “wir schreiben jetz alle einen Blog!” Etwas skeptisch war ich dem Gedanken gegenüber das mit einen Portfolio zu verbinden, da ich Bloggs eher als elektronisches Tagebuch kannte. Doch muss ich sagen es wird klarer wie ein solcher Blog aussehen kann. Spätestend in dem Moment als ich in eine Email an Frau Kreuzberger (Ansprechpartnerrin des Förderverein s für unser Webprojekt) etwas gesschrieben habe wie: “…den aktuellen Stand des Webprojekts können Sie sich auf dieser Seite anschauen…” wurde mir klar wozu so ein Blogg genutzt werden kann!" (by http://fatalerror.edublogs.org/) oder auch hier:
http://jakobbaugirdis.edublogs.org/2008/01/16/was-sind-meine-erwartungen-an-dieses-e-portfolio/
Mein bisheriges Fazit: Schrittweises, langsames Heranführen an das Bloggen mit "sanftem" Bewertungsdruck und punktuellen Rückmeldungen der Tutoren in den Blogs.
Beste Grüße
Marcel