Wahrscheinlich werde ich nachfolgend reihenweise in alle möglichen Fettnäpfchen treten. Sorry!
Ich bin ein "alter" Lehrer und arbeite in der Schule massiv mit neuen Medien, nutze Moodle, erstelle Videos, lasse filmen, recherchieren, setze Youtube ein usw.
Seit drei Jahren unterrichte ich jetzt fast ausschließlich in Laptopklassen und bewege mich stets im Netz, meine Schüler auch - aber halt woanders
Das Netz hat Vorteile und außerordentlich viele Schattenseiten. Die Ablenkungsmöglichkeiten durch die Rechner sind massiv. Die Konzentrationsspanne schwindet, ein Dialog ohne Störungen ist viel schwieriger aufzubauen als vor Jahren. Die Schüler beklagen sich in ruhigen Minuten selbst über den eigenen Konzentrationsmangel aber .... moment ich muss mal kurz in Facebook ....
Für viele ist es ein Traum: Klassen voller iPads, Laptops, Androids. Für mich ist es inzwischen ein Alptraum. In den Pausen bleiben die Schüler vor dem Rechner sitzen und verschwinden in irgend einer Ecke des Netzes. Es ist ruhig, ungewohnt ruhig. Von Zusammenarbeit, Konstruktion gemeinsamen Wissens usw. ist in der realen Welt nichts zu sehen, aber vielleicht findet diese ja in den Köpfen statt.
Meine Erfahrung ist ernüchternd, und langsam kann ich diese WebEuphorie nicht mehr hören.
Reden wir doch mal darüber, wie man eine offene Lernathmosphäre schafft, wie man zu einer vehlerfreundliche Haltung kommt und wie man zu einem guten Klassenzusammenhalt beitragen kann. Darüber wird im Educamp kaum geredet.
Fairerweise muss man zugeben: Darüber gibt es auch wenig know-how.
Mein Wunsch für die Zukunft wäre etwas weniger WEBuCamp und etwas mehr Educamp
Herbert






